Lesetipps

Nachdem „Rombo“ für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde, habe ich dem im Frühjahr erschienen Roman noch einmal eine Chance gegeben. Man braucht halt einen kurzen Anlauf bis sich der Aufbau des Buches erschließt und einen die Lebensgeschichten der sieben italienischen Überlebenden des Erdbebens im Friaul von 1976 fesseln. Aber dann kennt die Faszination über die Sprache der auch als Lyrikerin und Übersetzerin preisgekrönten Autorin Esther Kinsky keine Grenzen. „Rombo“ ist der...
Hätte ich zu diesem "Fahrrad-Roman aus der Autostadt Aachen" gegriffen, wenn wir Bernd Müllender nicht am kommenden Dienstag zu Gast bei uns in der Buchhandlung hätten? Vermutlich eher nicht. Bin ich froh, dass ich auf mein Glück gestupst wurde? Ja, sehr sogar. Für gewöhnlich eher im Sachbuch als in Romanen unterwegs, staune ich über die Mischung aus fluffig-unterhaltsamer Handlung und umfassender Information, die Bernd Müllender zusammenträgt über das, was sich rund um das Thema...

Drei Generationen, vier Geheimnisse und ein Zufluchtsort in der Natur. Grete Hansen ist beinahe 50 Jahre alt und lebt seit eh und je in ihrem alten Elternhaus in der Elbmarsch. Sie träumte immer davon, woanders einen Neuanfang zu starten. Doch ihr Pflicht- und Verantwortungsgefühl halten sie unter einem Dach mit ihrer Mutter, was nicht immer ohne Konflikte abläuft. Grete fühlt sich von allen verlassen. Die kleine Schwester startete eine Karriere in Berlin und auch ihre Tochter ging zum...
Der Fotojournalist Theodor Jung aus Berlin besteigt im Jahre 1929 in Marseille das Passagierschiff "Champollion", vorgeblich, um auf einer Reise in den Orient mit seiner Leica Bilder für eine große Berliner Zeitung zu schießen. Sein persönliches Anliegen ist es aber auch, seine Frau Dora und deren Familie zu begleiten, die für das eigene Handelsunternehmen exotische Waren einkaufen und Verträge abschließen wollen. Jung ist kriegstraumatisiert und kein geliebter Schwiegersohn, will aber...

„Mein Mann hatte eigentlich nicht vor, Annie Doyle umzubringen, aber diese verlogene Schlampe hat es nicht anders verdient“. Das sagt Lydia Fitzsimmons, eine der drei Stimmen dieses Romans, ganz zu Anfang. Lydia ist attraktiv, wohlsituiert, bestimmend und äußerst manipulativ. So wundert es nicht, dass der oben zitierte Satz nicht ganz stimmt. Aber Lydia hat auf alles ihre eigene Sicht der Dinge. Die zwei anderen Erzähler sind Laurence, ihr Sohn, und Karen, die Schwester der Ermordeten....
Es gibt Bücher, die einen bereichern, sei es um Wissen, Ziele oder Erfahrungen weit jenseits des eigenen Umfelds und „Der unentdeckte Kontinent“ darf sich mit Fug und Recht dazu gesellen. Meg Lowman, von Hause aus Ökologin und leidenschaftliche Naturschützerin, nimmt uns mit in die Baumkronen dieser Welt und dabei auch gerne mal 45 Meter in die Höhe. Dabei schildert sie nicht nur eindrücklich die Erkenntnisse aus ihrer Forschung, sondern gewährt auch tiefe Einblicke in die...

Drei Comic-KünstlerInnen aus Deutschland, Israel und Kanada trafen sich auf Initiative eines Projekts der kanadischen Historikerin Charlotte Schallié mit vier inzwischen hochbetagten Menschen -ursprünglich aus Deutschland, Holland und Rumänien-, die als Kinder auf ganz unterschiedliche Weise den Holocaust überlebten. Aus diesen Treffen sind drei sehr beeindruckende und sehr unterschiedliche Graphic Novels entstanden. Ergänzt werden diese mit kurzen Texten der Überlebenden an die Leser...
Louise wacht morgens nach einer Nacht mit zu viel Alkohol verkatert auf, nur um festzustellen, dass ein fremder Mann neben ihr liegt. Der Fremde ist tot, das Bett, die Decken sowie das Messer neben ihnen sind blutverschmiert. Louise hat kaum noch Erinnerungen an die vorherige Nacht. Weder weiß sie, wie der Fremde in ihr Bett gelangte, noch was passiert ist oder inwiefern sie Schuld an seinem Ableben hat. Das Buch wird aus der Perspektive der dritten Person und der Ermittler erzählt, aber der...

Ursprünglich wollte die Autorin ihren neuen Roman „ZU“ nennen. Denn in dem autobiographisch motivierten Buch über die Mutter geht es um eine Frau, die in den 1980er Jahren immer als zu dick, zu arm, zu reich, zu klug, zu still oder zu schwach galt. Die Tragik der Geschichte findet sich in den Sichtweisen. Es ist der eigene Ehemann, der sich seiner Frau gegenüber so verhält, dass sie sich so fühlt und es ist die 8jährige Tochter, die versucht, die Dynamik zwischen ihren Eltern...
Das Wissen um die mitunter verheerende Macht unserer Gedanken auf unser Wohlbefinden ist mittlerweile sehr gut erforscht. Doch wie lässt sich ein Karussell aus Sorgen stoppen? Wie wird aus einem nächtlichen Mahlstrom der Gedanken ein geführtes Gespräch mit mir selbst, entsprechend meiner Haltung, meiner Werte, meiner Wünsche? Wie schaffe ich Unabhängigkeit von äußeren Bedingungen und gelange zu einem stabilen Gedankengerüst? Nicht wenige Menschen praktizieren Meditation, um Ruhe in...

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